Abends fühlt sich dein Nacken an wie zubetoniert - und du weißt genau, woher es kommt.
Kennst du das?
Acht Stunden, neun Stunden, manchmal mehr. Kopf nach vorn zum Bildschirm, Schultern unbemerkt hochgezogen, kein Mensch erinnert dich daran, sie wieder fallen zu lassen. Stunde um Stunde hält dein Nacken die Stellung - bis sich der ganze Bereich zwischen Hinterkopf und Schulterblättern anfühlt, als wäre er über Nacht ausgehärtet.
Am späten Nachmittag kriecht es los: ein dumpfer Druck, der vom Nacken hoch in den Hinterkopf zieht und sich bis hinter die Augen schiebt. Du kneifst sie kurz zu, rollst die Schultern, drehst den Kopf - kurzes Knacken, kurze Erleichterung, dann ist die Spannung wieder da. Die Konzentration wird zäher, die Laune kürzer, und du merkst, wie du nur noch funktionierst statt zu denken.
Abends willst du runterkommen, aber dein Körper macht nicht mit. Im Bett findest du keine Position, in der der Nacken wirklich loslässt. Du drehst dich, der Schlaf bleibt flach, und morgens stehst du steifer auf, als du dich hingelegt hast. Dehnen hilft für zehn Minuten. Die Wärmflasche kühlt aus, bevor sie wirkt. Tabletten willst du eigentlich nicht, und der Physio-Termin ist Wochen weg und teuer - die Wirkung hält eh nie.
Und morgen sitzt du wieder acht Stunden in genau der Haltung, die das alles auslöst - es sei denn, du nimmst dir abends 15 Minuten, um den Druck gezielt wieder rauszunehmen.

